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Verzögerte Hirnreaktion führt zu Übergewicht

Jetzt ist es wissenschaftlich erwiesen: Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, braucht unser Gehirn ungefähr 10 Minuten, bis es uns das Signal gibt - halt, stopp, wir sind satt. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass diese Verzögerung bei übergewichtigen Menschen länger dauert als bei schlanken Personen. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass das oft unkontrollierte Essverhalten übergewichtiger Menschen von deren Hirnfunktionen gesteuert wird.

In einer Studie der Universität von Florida unterzogen sich 18 Teilnehmer einem Test besonderer Art. Nachdem sie 12 Stunden gefastet hatten, wurden ihre Gehirnströme 48 Minuten lang ununterbrochen gemessen. Mittels einer speziellen Messtechnik konnten die Wissenschaftler die internen und externen Einflüsse auf die Hirnaktivität nachweisen, die beim Essen und Trinken entstehen.

10 Minuten nach Beginn der Messungen bekamen die Probanden eine Zuckerlösung zu trinken, weitere 10 Minuten nach Einnahme der Lösung zeigte sich bei den Versuchspersonen eine Hirnaktivität, die über zwei Minuten andauerte. Gleichzeitig stieg der Zucker- und Insulingehalt im Blut der Testpersonen, was beweist, dass die gemessene Hirnaktivität das Signal für "Sattheit" ist.

Langsam Essen macht schneller satt

"Diese Ergebnisse bestätigen ein altes Sprichwort", so Dr. Peter Fox von der Universität Texas; "'Schling nicht so beim Essen' bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man mit langsamem Essen das Gehirn quasi überlisten kann, weil man bis zum Zeitpunkt des Signals ‚ich bin satt' einfach weniger gegessen hat". Für Übergewichtige, die nach Aussage der Studienergebnisse mit einer verzögerten Hirnfunktion reagieren, kann diese Erkenntnis besonders hilfreich sein.