Adipositas – Sport und Bewegung
Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten der Adipositas ist breitgefächert. Es reicht von den
verschiedenen Formen der Ernährungstherapie, der Modifikation des Essverhaltens, der Verhaltenstherapie
bis zur Pharmakotherapie. Bei medizinischer oder psychosozialer Indikation kann
eine chirurgische Intervention in Erwägung gezogen werden. Zu allen diesen therapeutischen
Prinzipien sollte ergänzend eine Steigerung der körperlichen Bewegung hinzukommen.
Das Ergebnis der Therapie wird dann am besten sein, wenn die oben genannten Elemente sinnvoll
miteinander kombiniert werden. Mit den einzelnen Maßnahmen bzw. deren Kombination
wird letztendlich eine Negativierung der Energiebilanz angestrebt. Auch hier bleibt immer wieder
zu berücksichtigen, dass alle Behandlungsstrategien langfristig angelegt sein sollten, um
Erfolg zu haben. Das Wissen um die Chronizität der Adipositas macht dieses therapeutische
Procedere notwendig.
Steigerung der körperlichen
Aktivität durch Bewegungstherapie
Der Bewegungsmangel ist als ein ursächlicher Faktor
in der Genese der Adipositas unumstritten. Niedrige
körperliche Aktivität, d.h. ein geringer Arbeitsumsatz,
fördert die Entstehung von Übergewicht. Eine
Steigerung der körperlichen Aktivität führt neben
dem Anstieg des Arbeitsumsatzes (siehe Abb.) zu
einer Zunahme der Muskelmasse, die wiederum den
Grundumsatz weiter steigert. Alles in allem führt die
regelmäßige körperliche Aktivität zu einer Negativierung
der Energiebilanz und ist somit eine wesentliche
Stütze zur Stabilisierung des Gewichtserfolgs.
Zahlreiche Untersuchungen haben belegt, dass
Adipöse, die nach einer hypokalorischen Gewichtsreduktion
sportlich aktiv blieben, im weiteren Verlauf
das Körpergewicht besser stabilisieren konnten als
Adipöse, die keine sportliche Betätigung durchführten.
Da die meisten Adipösen körperlich inaktiv
sind, muss sehr bedächtig mit minimalen Belastungen
begonnen werden, die dann schrittweise
von Trainingseinheit zu Trainingseinheit gesteigert
werden sollten.
Eine
Möglichkeit, den Energieverbrauch durch Muskelarbeit zu erhöhen,
ist die Steigerung der Alltagsaktivität. Nicht die Benutzung von
Rolltreppen oder Aufzügen, sondern die konsequente Nutzung von Treppen
sollte im Vordergrund der Bemühungen stehen. Auch Einkäufe zu
Fuß oder mit dem Rad sind eine weitere Möglichkeit, eine Bewegungstherapie
in die Abläufe des täglichen Lebens zu integrieren. Bei älteren
adipösen Patienten und bei einem BMI über 30 stößt
die Bewegungstherapie jedoch an ihre Grenzen. Die Gründe für
die Limitierung liegen dann vor allem im Vorhandensein der verschiedenen
Risikofaktoren, allen voran kardiovaskuläre Faktoren.
Steigerung der körperlichen Aktivität durch Sport
Eine zweite Möglichkeit, den Energieverbrauch
durch Muskelarbeit zu erhöhen, besteht in einer
zusätzlichen sportlichen Aktivität. Auch die sportliche
Betätigung sollte regelmäßig und langfristig ausgeübt
werden, um ein erfolgreich reduziertes Körpergewicht,
durch welche therapeutische Maßnahme
auch immer, zu halten. Für adipöse Patienten sind
Ausdauersportarten mit geringem Krafteinsatz besonders
günstig. Sportarten, die Sprintfähigkeiten erfordern,
sollten wegen gefährlicher Blutdruckspitzen
vermieden werden.
Auch sollten Sportarten bevorzugt werden, die dem
Betroffenen Spaß machen, nicht als Zwang empfunden
werden und möglichst viele Muskelgruppen in
die Bewegung einschließen. Eine weitere Forderung
ist die geringe Belastung der Gelenke.
Zu den günstigen Sportarten gehören:
- Radfahren
- Schwimmen
- Skilanglauf
- Spazierengehen
- Wandern
- WALKING
Nicht zu empfehlen sind beispielsweise:
- Fußball
- Tennis
- Squash
- Krafttraining in Kombination mit
- Konditionstraining
Sport als einzige therapeutische Maßnahme bei
Adipositas bringt wenig Erfolg. Hierzu ein Beispiel:
Wer mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h Rad
fährt, verbraucht in 10 Minuten im Durchschnitt
28 kcal. Um generell 1 kg Körpergewicht zu verlieren,
sind 7000 kcal erforderlich. Es wäre somit notwendig,
41 Stunden und 40 Minuten Rad zu fahren,
um den Gewichtsverlust von 1 kg zu erzielen. Die
folgende Tabelle gibt einen Überblick über den zu
erreichenden Energieverbrauch pro Zeiteinheit:
Dauer Aktivität Energieverbrauch
20 Minuten Schwimmen (ca. 20 m/min) 90 kcal 45 Minuten Wandern 170 kcal 40 Minuten Foxtrott tanzen 215 kcal 30 Minuten Tennis (intensiv) 215 kcal 25 Minuten Dauerlauf (ca. 10 km/h) 275 kcal 40 Minuten Radfahren (ca. 23 km/h) 440 kcal 60 Minuten Dauerlauf (ca. 10 km/h) 590 kcal 60 Minuten Skilanglauf (ca. 12 km/h) 610 kcal 90 Minuten Radfahren (ca. 27 km/h) 1100 kcal
Langfristige Auswirkungen bei regelmäßiger körperlicher
Bewegung
Die regelmäßige körperliche Aktivität hat für Übergewichtige
weitere positive Auswirkungen, die über die Erhöhung des Arbeitsumsatzes hinausgehen. Übergewichtige
mit regelmäßiger körperlicher Aktivität
zeigen bessere Laborparameter. Besonders zu erwähnen
ist eine Erhöhung der HDL-Lipidfraktion im
Serum, tendenziell niedrigere LDL-Werte und eine
Absenkung des Triglyzeridspiegels. Neben einer günstigen
Beeinflussung des Fettstoffwechsels führt
regelmäßige körperliche Betätigung durch Senkung
des Blutzucker- und Insulinspiegels zu einer Entlastung
des Kohlenhydratstoffwechsels. Die Milderung
metabolischer Risikofaktoren wirkt primär und
sekundär präventiv auf die Entstehung und den Fortbestand
von Folgeerkrankungen, wie Diabetes mellitus
und arterielle Hypertonie. Eine frühzeitige bewegungstherapeutische
Intervention kann bereits im
Kindesalter das kardiovaskuläre Risiko übergewichtiger
und adipöser Kinder senken. Der Zuwachs an
Muskelmasse führt zu einer langfristigen Erhöhung
des Grundumsatzes und zu einer Verbesserung des
Körperbildes, zu gesteigertem Selbstvertrauen und
einer Verbesserung der psychosozialen Situation gerade
im Kindesalter.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass
regelmäßige körperliche Aktivität das Morbiditäts-
und Mortalitätsrisiko übergewichtiger Personen senkt.
Psychische Auswirkungen
Regelmäßige körperliche Aktivität hat einen positiven
Einfluss auf die psychosoziale Situation und die
Lebensqualität eines Übergewichtigen. Die objektive
Gewichtsreduktion verbessert das Körperbild und
damit das Selbstwertgefühl des Betroffenen. Ängstliche
und depressive Verstimmungen werden abge-baut
und die soziale Integration gefördert. Sportliche
Aktivität in der Gruppe und der kommunikative Austausch
mit Gleichgesinnten fördert die soziale Unterstützung,
das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität
der Patienten.
WALKING
WALKING hat sich in den USA besonders bei Frauen
zur beliebtesten Sportart entwickelt. Die Möglichkeit,
mit regelmäßigem WALKING das Gewicht zu reduzieren,
wurde lange Zeit unterschätzt. Heute ist bekannt,
dass 4 x 30 Minuten in der Woche – bei
gleichbleibender Ernährung – in einem Jahr zu einem
Verlust von 8,2 kg Fett führt.
Überzeugende Studienergebnisse
aus den USA
Bei drei Gruppen von übergewichtigen US-amerikanischen
Frauen sollte ein Kaloriendefizit von 500
Kalorien pro Tag erzielt werden. Gruppe 1 aß jeden
Tag genau 500 Kalorien weniger als bisher. Gruppe
2 aß soviel wie immer und verbrauchte 500 Kalorien
mehr pro Tag durch sportliche Betätigung. Gruppe 3
kombinierte 250 Kalorien weniger mit sportlicher
Betätigung, wobei nochmals 250 Kalorien verbraucht
wurden.
Alle drei Testgruppen nahmen zwischen 4,5 kg und
5,5 kg ab. Allerdings hatten die Gruppen 2 und 3
durch die zusätzliche Bewegung den Körperfettanteil
wesentlich stärker reduziert als Gruppe 1. Das
Ergebnis einer ähnlichen Studie ergab darüber hinaus
eine stärkere Reduzierung des Übergewichts bei
Gruppe 3. Außerdem nahmen die Gruppen 1 und 2
nach 8 Wochen nicht weiter ab – im Gegensatz zur
Gruppe 3 (mit WALKING).
Neben der positiven Wirkung auf die Gewichts-reduktion
hat WALKING noch eine Reihe anderer
gesundheitlicher Vorteile:
- Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems
- Förderung der Elastizität und Durchblutung der
Muskulatur
- Stärkung des Knochengerüstes
(Osteoporose-Prävention)
- positive Beeinflussung des Verdauungsapparats
- Stärkung der Venen
- Stärkung der Atemmuskulatur
- Erhöhung der Anzahl der weißen Blutkörperchen
und somit Stärkung der Immunabwehr
- Schonung der Gelenke
- Abbau von Stress und Belastungen sowie
Förderung des allgemeinen Wohlbefindens
Wenn Interesse besteht, können Sie weitere Informationen unter der
Adresse EASYWAY AG Postfach 10 06 65 D-40770 Monheim anfordern.
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