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Towards a molecular understanding of adaptive thermogenesis
Lowell BB, Spiegelman BM
Nature 404: 652-660, 2000
200036

Fortschritte im Verständnis molekularer Abläufe der adaptiven Thermogenese

Die adaptive oder fakultative Thermogenese umfasst die Wärme, die in Anpassung an die Umgebungstemperatur und infolge der Nahrungsaufnahme gebildet wird. So führt z.B. eine Senkung der Umgebungstemperatur von 28 ºC auf 22 ºC bei unveränderter Bekleidung zu einer Steigerung der Wärmeproduktion um 7%. Nach der Nahrungsaufnahme steigt der Energieumsatz um 25-40%. Auch eine langfristig überhöhte Energiezufuhr führt zu einer Steigerung der Stoffwechselrate. Um die Thermogenese zu steigern, können bestimmte biochemische Reaktionen entkoppelt werden oder in erhöhtem Maß in beide Richtungen ablaufen (futile cycles). Zu einer Entkopplung kann es z.B. durch die Rückdiffusion von Protonen durch die innere Mitochondrienmembran kommen. Die ATP-Synthase wird dabei umgangen und der elektrochemische Gradient in Wärme umgewandelt. An dieser Umwandlung sind Entkopplungsproteine (UCP) beteiligt. Das Entkopplungsprotein UCP-1 kommt vor allem in Mitochondrien des braunen Fettgewebes von Nagetieren vor und ist dort wesentlich an der kälteinduzierten Thermogenese beteiligt. Die homologen Proteine UCP-2 und UCP-3 kommen ebenfalls im braunen Fettgewebe vor. UCP-2 wird ferner in den meisten anderen Geweben, UCP-3 vor allem im Muskel exprimiert. Erwachsene besitzen keine größeren Mengen braunen Fettgewebes. Innerhalb der weißen Fettdepot finden sich bei Menschen und Nagetieren verstreut braune Fettzellen. ß 3-adrenerge Rezeptoren werden vor allem von braunen Fettzellen in großer Zahl exprimiert. Substanzen, die als selektive Agonisten dieser Rezeptoren wirken, führen chronisch verabreicht bei ausgewachsenen Hunden und Primaten zu einer vermehrten Bildung braunen Fettgewebes. Zukünftige Studien werden zeigen, ob sich ß 3-adrenerge Substanzen dazu eignen, die fakultative Thermogenese bei Menschen zu steigern und damit einen weiteren Therapieansatz zur Behandlung der Adipositas zu liefern.

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