Independent effects of obesity and cortisol in predicting cardiovascular risk factors in men and women
Walker BR, Soderberg S, Lindahl B et al.
J Intern Med 247: 198-204, 2000
200027 Adipositas und Kortisol als unabhängige Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen von Männern und Frauen
Neuere Studien liefern Hinweise dafür, dass höhere Kortisolspiegel auch bei ansonsten gesunden Männern
mit Hypertonie und Insulinresistenz assoziiert sind. Die Autoren gingen der Frage nach, ob bei Frauen -
ähnlich wie bei Männern - ein Zusammenhang zwischen Kortisolplasmaspiegeln und kardiovaskulären
Risikofaktoren besteht. Da bei adipösen Frauen häufig herabgesetzte Kortisolkonzentrationen vorliegen,
könnte das Vorliegen einer Adipositas die Beziehung zwischen Kortisolspiegeln und kardiovaskulären
Risikofaktoren verdecken.
Zur Auswertung gelangten die Daten von 226 Personen (110 Frauen, 105 Männern), die im Rahmen der
MONICA-Studie an einem oralen Glukosetoleranztest teilgenommen hatten. Blutentnahmen waren im
Nüchternzustand und 2 Stunden nach der Gabe von 75 g Glukose vorgenommen worden.
Bei den männlichen Probanden bestand ein Zusammenhang zwischen den Kortisolwerten 2 Stunden nach der
Glukosezufuhr und dem Vorliegen einer Adipositas bzw. Hyperinsulinämie. Bei den weiblichen Probanden
wurde eine Beziehung zwischen herabgesetzten Nüchtern-Kortisolwerten und abdominellen
Fettansammlungen beobachtet. Einfache Regressionsanalysen identifizierten keine Beziehung zwischen
Kortisolkonzentration und Blutdruck, Lipidwerten, Nüchterninsulinwerten oder Glukosetoleranz. Nach
Berücksichtigung des Einflusses der Adipositas zeigte die Multivarianzanalyse bei Männern eine positive
Korrelation zwischen Kortisolspiegel und diastolischem Blutdruck. Bei Frauen korrelierten die Kortisolwerte
hingegen mit den Nüchterntriglyzeridwerten.
Somit beeinflussen Adipositas und erhöhte Kortisolkonzentrationen unabhängig und geschlechtsspezifisch
Blutdruck und Triglyzeride. Das größte kardiovaskuläre Risiko liegt nach Auffassung der Autoren bei
adipösen Personen vor, bei denen keine Abwärtsregulierung der Kortisolspiegel erfolgt.
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