Roles of insulin resistance and obesity in regulation of plasma insulin concentrations
Jones CNO, Abbasi F, Carantoni M et al.
Am J Physiol Endocrinol Metab 278: E501-508, 2000
200024 Die Bedeutung von Insulinresistenz und Adipositas für die Regulierung der Plasmainsulinkonzentration
Übergewicht und Adipositas gehen häufig mit Insulinresistenz und Hyperinsulinämie einher. Durch eine
Gewichtsreduktion lassen sich Insulinsensitivität und Insulinplasmaspiegel normalisieren. In der vorliegenden
Studie dienten intravenöse Glukoseinfusionen in abgestufter Dosierung dazu, den Einfluss von Übergewicht
und Gewichtsreduktion auf das Verhalten von Blutglukosekonzentrationen und Insulinsekretion zu
untersuchen.
Die Glukose-, Insulin- und C-Peptid-Konzentration als Maß für die Funktionsfähigkeit der b -Zellen wurden
vor und während Glukoseinfusionen, die 18 übergewichtige Frauen (BMI>29) und 20 nicht übergewichtige
Frauen (BMI<26) erhielten, bestimmt. Als Infusionslösung diente eine 20%ige Glukoselösung, die für jeweils
40 Minuten mit unterschiedlichen Infusionsraten verabreicht wurde. Die Insulin-Sekretionsraten während des
Messzeitraumes wurden anhand der C-Peptid-Konzentrationen im Plasma mittels eines
Zwei-Kompartiment-Modells ermittelt. Außerdem erfassten die Autoren die Insulinclearance, die Resistenz
gegenüber der insulinvermittelten Glukoseaufnahme sowie nach Frühstück und Mittagessen stündlich die
Glukose-, Insulin- und C-Peptid-Plasmakonzentrationen. Nach einer 9-wöchigen Gewichtsreduktion mit
einem Verlust von durchschnittlich 9,8% des Ausgangsgewichts und 1 Woche isokalorischer Kost unterzogen
sich die Probandinnen erneut einer graduierten Insulininfusion, einem Insulin-Suppressionstest sowie einem
Toleranztest nach Aufnahme von Mahlzeiten.
Die übergewichtigen Frauen zeigten als Reaktion auf die abgestuften Glukoseinfusionen signifikant erhöhte
Glukose-, Insulin- und C-Peptid-Konzentrationen, die von einer 40% höheren Insulinsekretion begleitet
wurden. Der Grad der Insulinresistenz korrelierte positiv mit einer erhöhten Insulin-Sekretionsrate. Dies galt
sowohl für die über- als auch für die normalgewichtigen Probandinnen. Zwischen Insulinresistenz und
verringerter Insulinclearance bestand innerhalb beider Gruppen eine umgekehrte Korrelation. Der
Gewichtsverlust führte zu geringeren Glukose-, Insulin- und C-Peptidspiegeln sowie einer erhöhten
Insulinclearance während der Glukoseinfusionen. Allerdings veränderten sich weder die Insulinresistenz noch
die reaktive Insulinsekretion infolge des Gewichtsverlusts.
Bei Übergewicht bzw. Adipositas kommt es also zu einer Linksverschiebung der Dosis-Wirkungskurve der
glukosestimulierten Insulinsekretion. Die Insulinclearance ist herabgesetzt. Die veränderte Insulinsekretion
und Insulinclearance adipöser Frauen sind eher eine Folge der Insulinresistenz als der Fettleibigkeit.
zurück zur Übersicht
Die Originalliteratur hierzu können Sie kostenfrei per E-Mail unter Angabe Ihrer Adresse bestellen |