Exercise training and substrate utilisation in obesity
van Baak MA
Int J Obes 23 (Suppl. 3): S11-S17, 1999
199976 Sport und Nährstoffverwertung bei Adipositas
In Kombination mit einer Diät und Verhaltensänderungen zählt regelmäßige sportliche Bewegung zu den
Schlüsselkomponenten von Programmen zur Gewichtsreduktion. Sportliche Aktivität scheint insbesondere
den Langzeiterfolg von gewichtsreduzierenden Maßnahmen zu verbessern. Für diesen Effekt könnte die
durch regelmäßige sportlicher Betätigung veränderte Nährstoffutilisation verantwortlich sein. Bei schlanken
Menschen bewirkt sportliche Aktivität z.B. eine gesteigerte Fettoxidation. Übergewichtige und ehemals
adipöse Menschen weisen eine gestörte Fettmobilisierung und herabgesetzte Fettoxidation auf. Somit könnte
eine durch sportliche Betätigung erhöhte Fettoxidation helfen, die Fett- und Energiebalance von Menschen
mit einer Prädisposition für Adipositas aufrechtzuerhalten.
Allerdings stellt sich die Frage, ob sportliche Aktivität bei Übergewichtigen und ehemals Übergewichtigen
ebenfalls einen Anstieg der Fettoxidation bewirkt. Durch 2 Studien wurde belegt, daß ein zusätzliches
Sportprogramm während einer Diät die Reduktion der basalen Fettoxidation bei gleichzeitigem
Gewichtsverlust verhindert. Dagegen konnte durch sportliche Aktivität keine Änderung der Relation der
oxidierten Nährstoffe festgestellt werden. Eine weitere Studie mit ehemals adipösen Probanden wies keine
Änderung der Nährstoffoxidation durch Sport nach. Gegenteilige Resultate lieferte eine Studie, bei der
ehemals Übergewichtige durch sportliche Aktivität vermehrt Kohlenhydrate oxidierten.
Der Grundumsatz von Übergewichtigen konnte weder durch leichtes noch durch intensives Sporttraining
gesteigert werden. Während des leichten Trainings konnte allerdings die fraktionelle Fettoxidation erhöht
werden, während bei intensivem Training keine Veränderungen festgestellt wurden. Ob sportliche Aktivität
die Fettoxidation Übergewichtiger und ehemals Übergewichtiger ähnlich wie bei schlanken Menschen erhöhen
kann, ist somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht endgültig geklärt.
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